Zwischen Räumen | 11. - 20. September

Was passiert, wenn ein Sitzungszimmer zum Schauplatz einer Performance wird, das Wolfsgehege im Zoo als Galerie dient und beim Museumsrundgang alles Theater ist? Künstlerische Eingriffe und Umnutzungen können unsere Wahrnehmung eines Raumes verändern: Wir erleben ihn dadurch neu, anders, bewusster. Doch wie genau beeinflussen sich Raum und Rezeption? Was macht einen Raum zum Kunstraum? Und was ist mit dem Raum zwischen den Räumen?

Die Biennale Bern 2014 präsentiert unter dem Titel «Zwischen Räumen» eine Reihe lokaler und internationaler Künstlerinnen, Künstler und Ensembles, die sich in ihren Arbeiten innovativ und auf ästhetisch und formal sehr unterschiedliche Weise mit Fragen nach dem Raum, seiner Funktion und seiner Wahrnehmung auseinandersetzen. Drei Höhepunkte aus dem Programm seien bereits jetzt verraten: Der international renommierte bildende Künstler und Komponist Christian Marclay erforscht das Raum-Zeit-Erleben, indem er in seinen Performances Klangkunst, Fotografie und Video kombiniert und Klänge in Formen übersetzt. An der Biennale Bern zeigt er zur Eröffnung die Schweizer Erstaufführung der gefeierten Live-Performance «Everyday». In «Symphony of a Missing Room» führt das schwedisch-britische Künstler-Duo Lundahl & Seitl das Publikum auf einen theatralen Rundgang durch imaginäre Räume im Kunstmuseum Bern. In «Vortex Temporum» übersetzt die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker die gleichnamige Komposition von Gérard Grisey als getanzte Verdichtung und Ausdehnung von Zeit und Raum. Für ihre neue Arbeit versammeln sich zwei belgische Ausnahme-Ensembles: die von ihr gegründete Kompagnie Rosas und das auf Neue Musik spezialisierte Ictus Ensemble.


Die Biennale Bern ist ein Festival für zeitgenössische Künste, das seit 2008 von verschiedenen Kulturinstitutionen der Stadt Bern gemeinsam mit der Hochschule der Künste Bern veranstaltet wird und im Wechsel mit dem Musikfestival Bern den Saisonauftakt des Berner Kulturlebens markiert. Das 10-tägige Festival präsentiert ein breites Spektrum aktueller Formen internationalen Kunstschaffens von Theater, Film und Performance über Konzerte und Musiktheater bis zu performativen Interventionen und Visual Arts. Zentrales Anliegen der Programmverantwortlichen ist es, bestehende formale und institutionelle Grenzen zu überwinden, den Austausch zwischen Veranstaltern, Kunstschaffenden und Lehrinstitutionen zu fördern und Synergien zwischen den Künsten und der Forschung kreativ zu nutzen.